Berlin zeigt Biss

Benedikt Klein (Assistent D. Schöfisch), Daniel Schöfisch (1. Finalist), Matthias Sramek (Assistent S. Frank) und Sebastian Frank (2. Finalist) 

Beim außergewöhnlichen Vorfinale stachen Daniel Schöfisch, Chef de Partie im Restaurant Vox, und Sebastian Frank, Küchenchef des Restaurant Horvath in Berlin, aufgrund ihrer besonderen Leistung hervor.

Schon vor dem Startschuss in den Wettbewerbsküchen um acht Uhr morgens war das Vorfinale in Berlin vielversprechend: Erstmals hatten sich auch zwei Frauen aus den 77 Bewerbern für die Teilnahme qualifiziert. Marco Müller, Jurymitglied in Berlin, betonte den Ehrgeiz der Semifinalisten:“Die Teilnehmer wollten Gas geben und sind angetreten, um den ersten Platz zu machen. Und das sieht man.”

Die Juroren Dieter Müller, Martina Kömpel, Thea Nothnagel, Thomas Kammeier, Axel Kammerl und Marco Müller bewerteten die zehn Drei- Gänge-Menüs, deren Wareneinsatz pro Person 16 Euro nicht überschreiten durfte. “Niemand sollte sagen, Juryarbeit sei leicht”, hielt Kammeier fest. “Natürlich zählt die Optik, aber auch das Handwerk spielt eine Rolle. Ist der Punkt richtig getroffen? Dampft das schön? Kommen da gute Aromen raus? Wir lassen uns da genauso wie ein Gast erstmal vom Teller verführen”. Das Grundmaß der Gerichte sei jedoch immer an erster Stelle der Geschmack.

Laut Dieter Müller ging Daniel Schöfisch als “klarer und eindeutiger Sieger mit großem Abstand” hervor. Er überzeugte mit seinem Menü, welches verschiedene Einflüsse widerspiegelte: So sind in der Vorspeise von Steinbutt und Eismeerlacksforelle mit Ponzuzwiebeln, Taschenkrebs, Wassermelone und Koriander Elemente der asiatischen Küche spürbar. Harmonisch kombinierte er daraufhin Deichlammhüfte mit Fin de Claire-Austern, Gin, Gurke und Spargel. Der Wald war Inspiration für das Dessert, bei dem es "erdig" schmecken sollte: Fichtennadel, Morchel, Kranichbeere an Pumpernickel mit Zitrone und Manjari.

Der zweitplatzierte Sebastian Frank, dessen österreichische Wurzeln auch in seiner Küche präsent sind, kombinierte erst Filet vom Saibling mit Kompott von gepökeltem Kalbskopf und Räucheraal, kalt geschlagenem Gurkenschaum und Eigelb-Schnittlauchvinaigrette, gefolgt von Filet und Rippe vom Kalb mit Rhabarber, Erbsen, Kamille und knusprigem Zitronen-Topfenquarkknödel. Perfekt ergänzt wurde das Menü durch Olivenölpudding mit Nougatpraline, Safran- Passionsfrucht-Marshmallow und geeistem Kubebenpfeffer als Dessert.